Spitzenvertreter*innen aus Politik und Jugendarbeit fordern finanzierte Antidiskriminierungsberatung

Unterstützung für die Betroffenen ist ein Beitrag zur Demokratieförderung, betont die AGABY-Vorsitzende Mitra Sharifi bei der der Veranstaltung von respekt*land Bayern in Regensburg.

In Regensburg setzen Spitzenvertreter:innen aus Politik und Jugendarbeit ein klares Zeichen: Sie fordern die dauerhafte Finanzierung von bayernweiter Antidiskriminierungsberatung

Regensburg, 28.11.2025 – Bei der Regensburger Veranstaltung „Kommune für alle – Respekt vor Ort“ haben Spitzenvertrer:innen aus Politik und Jugendarbeit eine deutliche Botschaft formuliert: Bayern braucht flächendecke, dauerhaft finanzierte Antidiskriminierungsberatungsstellen!

Organisiert wurde das Treffen von der Mobilen Antidiskriminierungsberatung Bayern (mAdB) und der städtischen Antidiskriminierungsberatungsstelle Regensburg. In diesem Rahmen kamen Betroffene, Expert*innen aus der Praxis und politische Entscheidungsträger:innen zusammen. Sie diskutierten, wie Antidiskriminierungsarbeit in Bayern gestärkt und nachhaltig gesichert werden kann – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die aktuelle Förderung der mobilen Beratungsstrukturen Anfang 2026 ausläuft.

Mit dabei waren unter anderem Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg), Mitra Sharifi Neystanak (Vorsitzende des Bayerischen Integrationsbeirats, AGABY) und Philipp Seitz (Präsident des Bayerischen Jugendrings, BJR).

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer betonte in ihrem Statement die Bedeutung einer landesweiten Strategie: „Wir brauchen dauerhaft finanzierte Antidiskriminierungsberatungsangebote auf Landesebene als Ergänzung zu unseren kommunalen Strukturen. Nur so können wir sicherstellen, dass Betroffene überall in Bayern Unterstützung finden.“ Diese Forderung knüpft an eine gemeinsame Initiative an, die bereits im letzten Jahr von den Oberbürgermeister*innen der Städte Nürnberg, Erlangen, Augsburg und Regensburg ins Leben gerufen wurde. 

Auch Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende des AGABY, hebt hervor, dass insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte häufig Diskriminierung erfahren: „Wenn Menschen mit ihren Diskriminierungserfahrungen alleingelassen werden, leidet das Zugehörigkeitsgefühl und Vertrauen in Gesellschaft und Demokratie geht verloren. Es braucht deshalb flächendeckende Beratungsangebote auch im ländlichen Raum, damit Betroffene gehört und unterstützt werden und sich mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen Ausgrenzung wehren können.“

Für den Bayerischen Jugendring machte Philipp Seitz deutlich, dass Antidiskriminierungsarbeit weit über Einzelfallhilfe hinausgeht: „Demokratie braucht Partizipation. Diskriminierung bedeutet hingegen Ausschluss und ist das genaue Gegenteil. Deswegen ist Antidiskriminierungsberatung auch immer ein Schutz der Demokratie: Denn gegen Hass und Hetze helfen nur professionelle Unterstützung und eine klare gesellschaftliche Haltung“

Vor allem das drohende Aus der bayernweiten Antidiskriminierungsberatungsangebote bereitet allen Anwesenden große Sorge. Aufgebaut wurden die Angebote durch das Bundesprogramm „respekt*land“ – nun fordern die Spitzenvertrer:innen gemeinsam, die bestehenden Strukturen zu sichern und auszubauen: „Wir brauchen bayernweite Beratungsangebote! Es wäre fahrlässig, etablierte Strukturen in diesen Zeiten auslaufen zu lassen.“

Fotos: Christian Kaister, Stadt Regensburg

gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Regensburg, AGABY, BJR