Das CSU-geführte Bundesinnenministerium will im Bereich Integration sparen und hat Mittel für Integrationskurse gestrichen. Tausende Anträge für die Teilnahme an Sprachkursen werden nicht genehmigt.
„Einsparungen im Bereich Integration sind Selbstbetrug. Die fehlende Integration verursacht für die Wirtschaft und Gesellschaft weitaus höhere Kosten, als jemals eingespart werden könnten“,
erklärt Mitra Sharifi, Vorsitzende der AGABY und unterstreicht weiter:
„Gerade die CSU hat immer von Menschen verlangt, Deutsch zu lernen. Nun die Menschen, die Sprachkurse belegen wollen, zu bremsen, ist schlicht falsch und integrationsfeindlich.“
Es wird argumentiert, dass nur Menschen mit dauerhaftem Aufenthalt gefördert werden sollen. Die Erfahrung zeigt, dass es oft lange dauert, bis ein fester Aufenthaltsstatus erreicht werden kann. Oftmals erfolgt die Erteilung eines festen Aufenthaltstitels nach langen Jahren des Wartens. Zudem ist gerade das Beherrschen der deutschen Sprache und der Nachweis eines Arbeitsplatzes oftmals notwendig für einen festen Aufenthaltsstatus. Es ist fatal, Menschen viele Jahre lang die Möglichkeit zu verweigern, die deutsche Sprache zu erlernen.
Sprachkurse zu finanzieren ist eine Investition in die Zukunft. Von Menschen, die Deutsch können und damit auch auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich sein können, profitiert die Wirtschaft. Es profitiert aber auch die ganze Gesellschaft, weil Kommunikation und das Miteinander besser gelingen können.
Sogar im Falle einer Rückkehr sind die Deutschkenntnisse im Herkunftsland von Vorteil. Daran muss immer das Goethe-Institut mühsam arbeiten.
„Wir geben Millionen aus, um in anderen Ländern Fach- und Arbeitskräfte an- und abzuwerben, mit geringem Erfolg und hohen Kosten. Denjenigen, die schon hier sind und Deutsch lernen und sich in die Gesellschaft einbringen wollen, an der Integration zu hindern, ist eine sehr schlechte Idee. Das Angebot der Deutschkurse ist eine Investition in die Zukunft“, betont Mitra Sharifi.