Die AGABY-Vollversammlung beschließt, sich mit dem Thema „rechtsextreme, rassistische und antisemitische Diskriminierung und Gewalt an Schulen“ aktiv zu befassen.
Dies bedeutet zum einen, alle Mitgliedsbeiräte dafür zu sensibilisieren, bei diesem Thema aufmerksam zu bleiben, aktiv zu werden sowie betroffene Menschen in ihrem Handeln zu bestärken und zu unterstützen.
Zum anderen wird AGABY ihre Möglichkeiten nutzen, um relevante Akteur*innen, insbesondere das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, kommunale Schulträger, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Fachstellen der Antidiskriminierungs- und Präventionsarbeit an einen Tisch zu bringen und mit ihnen zusammen in Austausch zu treten und Lobbyarbeit zu leisten – im besten Fall in Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeauftragten Karl Straub, MdL. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf der Sensibilisierung und Prävention von oben nach unten. Weitere Ansprechpartner*innen könnten der BLLV, die GEW Bayern sowie weitere Verbände sein.
Begründung:
Uns begegnen in letzter Zeit immer wieder Fälle von rassistischen, antisemitischen und rechten Diskriminierungen und Bedrohungen im Schulkontext. Die Palette reicht von volksverhetzenden Parolen, Holocaustverharmlosung und rassistischen Diskriminierungen über Berichte über vorhandene Waffen bis hin zu rechten Drohungen und AfD-Parolen. Die Vorfälle betreffen sämtliche Schularten und Altersstufen, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.
Die Belastung für betroffene Schüler*innen und Lehrkräfte ist groß. Zudem wirken sich solche Vorfälle auf das demokratische Klima aus. Unsicherheit und reale Bedrohungen wachsen. Oft fehlt es an der nötigen Handlungssicherheit und Bereitschaft, sich dem offen zu stellen, Transparenz herzustellen oder die Eltern in die Pflicht zu nehmen.
Schulen sind Schutzräume für Kinder und Jugendliche, aber auch für alle anderen in ihnen agierenden Menschen. Sie sind Orte der Demokratiebildung. Sie müssen auf allen Ebenen eine gefestigte Haltung gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus leben. Es bedarf
- klarer Haltungen und verbindlicher Verfahren,
- Offenheit und Transparenz im Umgang mit Vorfällen
sowie konsequentem Handeln und Präventionsarbeit auf allen Ebenen.
Um dies zu erreichen, müssen Geld und Zeit im Unterrichtskontext eingeplant werden. Die Bereitschaft und die Ausstattung mit zeitlichen und finanziellen Ressourcen müssen ausgebaut, externe Expert*innen müssen eingebunden werden.
Es gibt bereits entsprechende Angebote (etwa von zivilgesellschaftlichen Trägern, Beratungsstellen und Programme der politischen Bildung). Eine Möglichkeit, diese in den schulischen Rahmen einzubinden, muss von schulischer Seite geschaffen werden. Dazu braucht es die nötigen Ressourcen sowie eine Haltung, die auf allen Ebenen gelebt wird.
Einen weiterer Baustein ist die Lehrer*innenausbildung bereits im Studium sowie kontinuierliche Fortbildungen. Lehrkräfte brauchen Handlungswissen und Handlungssicherheit sowie Rückhalt von ihren Vorgesetzten. Nur so kann Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt adäquat begegnet, das Erstarken von Rechtsextremismus verhindert und eine demokratische Schulkultur nachhaltig gestärkt werden.