Für uns, die Vertreter*innen der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns, gehört die Bekämpfung der Rassismen und Diskriminierungen seit unserer Gründung zu unseren zentralen Zielsetzungen.
Der Ton wird rauer, rechte Diskurse und Angriffe, Hass und Spaltung in der Gesellschaft haben zugenommen.
Wir sind selbst von Rassismen, Antisemitismus und weiteren Formen der Diskriminierungen betroffen.
Uns ist jedoch bewusst, dass Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung nicht ausschließlich von der deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgeübt werden.
Zudem stellen Rassismus und Antisemitismus in vielen Herkunftsländern von uns Migrant*innen ein gravierendes Problem dar. Durch diesen Einfluss, und auch unabhängig davon, existieren rassistische und antisemitische Einstellungen in den Migrant*innen-Communities in Deutschland. Die empfundene eigene soziale Benachteiligung bietet dafür einen fruchtbaren Boden.
Rassismus und Antisemitismus machen dementsprechend auch vor den Beiräten nicht Halt. Wir wollen diese Entwicklung nicht hinnehmen, sondern darauf hinweisen und aktiv bekämpfen. Gerade als Migrant*innen wollen wir uns besonders für Zusammenhalt einsetzen, weil wir Interesse daran haben, dass Menschenfeindlichkeit keinen Platz hat und die Demokratie nicht geschwächt wird.
Wir stellen klar, dass Rassismus und Rassist*innen sowie Antisemitismus und Antisemit*innen keinen Platz im Beirat haben. Wenn einzelne gewählte Mitglieder rassistische oder antisemitische Positionen und Ideologien vertreten, dann zeigen wir dagegen Haltung. Wenn Beiratsmitglieder einer Organisation oder Partei angehören, die rassistische oder diskriminierende Ideologien vertritt, dann setzen wir uns damit auseinander und beziehen Stellung.
Wir, gewählte oder auch benannte Mitglieder der Beiräte, stehen mit unserer Funktion als Mandatsträger in der Pflicht, uns für ein respektvolles Miteinander einzusetzen.
Wir engagieren uns für ein Zusammenleben aller Menschen dieser Gesellschaft – frei von Rassismus, Antisemitismus und weiteren Formen der Diskriminierung und unabhängig von ihrer Herkunft.
Wir setzen uns dafür ein, die Würde des Menschen zu schützen und Menschenfeindlichkeit die Stirn zu bieten – auch in den eigenen Reihen.
Wir, die Mitglieder der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns verpflichten uns zu Folgendem:
- Wir setzen uns mit aller Kraft für unsere Demokratie und ein diskriminierungsfreies Miteinander ein.
„Null Toleranz gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung!“ gilt auch für Äußerungen und Handlungen jedes einzelnen Mitglieds im Beirat und in der Öffentlichkeit. - Wir stehen für einen kollegialen Zusammenhalt und für einen respektvollen Umgang im Beirat.
- Wir verankern eine verbindliche Regelung als Klausel in der Satzung des Beirats, die diskriminierende Äußerungen und Handlungen disziplinarisch, bis hin zu einem Ausschluss aus dem Gremium, ahndet.
- Wir fördern eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Antisemitismus in den Beiräten und unter Eingewanderten und Geflüchteten, beispielsweise durch Bildungs- und Fortbildungsangebote, Informationsveranstaltungen.
Beschlossen durch die Vollversammlung der AGABY am 14.06.2026 in Nürnberg