Fachtagungen Integration Dokumentation

AGABY führt jährlich eine bayernweite Fachtagung im Themenbereich Integration durch.
An den Veranstaltungen mit Podiumsdiskussionen, Fachvorträgen und Workshops nehmen regelmäßig rund 150 integrationspolitische Akteure aus den Beiräten Bayerns, der Politik und Verwaltung sowie der breiten Gesellschaft teil.

11. Mai 2024

Kontrovers, intensiv und von großem Engagement geprägt – das war die Landesintegrationsfachtagung der AGABY mit über 100 Teilnehmenden in Ingolstadt.
Das Podium mit Landespolitiker*innen am Vormittag war hochkarätig besetzt, die Diskussionen durchaus kontrovers.
Die Arbeitsgruppen am Nachmittag boten vielfältige Fachinformationen, Impulse für ein demokratisches Miteinander und regen Austausch.
Die Veranstaltung zeichnete sich durch große Diversität aus, einen gelungenen Dialog von Migrant*innen und Vertreter*innen aus der Fachwelt, Politik und Verwaltung.

Tagungsflyer mit Programm

Grussworte

Franz Wöhrl, Vertreter der Stadt Ingolstadt und Stadtrat der CSU, ging in seinem Grußwort auf die Geschichte des (damals noch so genannten) Ausländerbeirats ein und die Bedeutung der Migration für Ingolstadt ein. Er unterstrich, dass die Forderung nach „Remigration“ in Ingolstadt keinen Platz habe.

Ingrid Gumplinger, Integrationsbeauftragte der Stadt Ingolstadt und Vorsitzende des Migrationsrats, hob hervor, wie groß die Brandbreite der Integrationsarbeit sei. Diese reiche von Sprachkursen für Neuzugewanderte bis zu interkulturellen Festen. Als Stärke der Beiräte Bayerns und ihrer Kooperationspartner sieht sie den festen Zusammenhalt.

Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende der AGABY, unterstrich, dass AGABY und die Beiräte für Demokratie stehen und dass zur Integration auch die Möglichkeit zur Mitgestaltung gehöre. An alle Bürger*innen richtet sie den Aufruf zu einer Kultur der Courage. Es sei wichtig, sich tagtäglich gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form der Diskriminierung einzusetzen „Bitte bleiben Sie wehrhaft und schweigen Sie nicht!“

Podiumsdiskussion "Bayern zwischen Geheimplan, 'Remigration' und Willkommenskultur

Teilnehmer*innen v.l.n.r.:
Petra Guttenberger, MdL, Vorsitzende des Ausschusses für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Integration des Bayerischen Landtags
Florian von Brunn, MdL, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag
Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende der AGABY
Florian Streibl, MdL, Vorsitzender der FREIE WÄHLER-Fraktion im Bayerischen Landtag
Karl Straub, MdL, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung
Gülseren Demirel, MdL, Sprecherin für Integration der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Vorsitzende des Ausschusses für Eingaben und Beschwerden im Bayerischen Landtag
Daniel Peter, Journalist und Moderator

Das hochkarätig besetzte Podium diskutierte über Migration, Asylgesetze, die Aufnahme von Geflüchteten in den bayerischen Kommunen, Rassismus und Diskriminierung und die Gefährdung der Demokratie durch Rechtsextremismus.

Das Podium war sich einig, dass die Debatte um Migration aktuell nicht sachlich geführt werde und eine klare Grenze gegen Rechtextremismus gezogen werden müsse.
Ebenfalls Konsens bestand darüber, dass Deutschland auf Arbeitsmigration angewiesen sei.
Unterschiede gab es in der Problemanalyse und der Bewertung des Bedarfs von Verbesserungen.

Sehr kontrovers verlief die Diskussion zur EU-Asylreform und Obergrenzen für Geflüchtete.
Aus dem Publikum wurde kritisiert, dass Politiker*innen über die Themen Migration und Asyl diskutieren und entscheiden, ohne MIT Migrant*innen und Geflüchteten zu reden.

Eine Diskussion, die vielleicht gerade aufgrund ihrer kontroversen Standpunkte das widerspiegelt, was eine plurale Demokratie ausmacht.
 

Arbeitsgruppen

Die Arbeitsgruppen lieferten „Anregungen für ein neues Miteinander“, Argumente für die Europawahl und gegen Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus. Die Integrationsakteur*innen aus ganz Bayern aus Beiräten, Beratungsstellen, Politik und Verwaltung tauschten sich intensiv aus.

AG 1: „Mut statt Wut“ – Ideen und Anregungen für ein neues Miteinander
Sara Hoffmann-Cumani, Thomas Purucker (Trainer*innen Friedrich-Ebert-Stiftung)

AG 2: Mobilisierung zur Europawahl
Didem Karabulut, Claudio Cumani, Rami Boukhachem, Vorstandsmitglieder der AGABY

AG 3: Umgang mit antisemitischen und antimuslimischen Tendenzen in der Integrationsarbeit
Sophia Fartaj und Lydia M. Taylor, AGABY-Projekt „Aktivierende Antidiskriminierungsarbeit in Bayern“

AG 4: Antidiskriminierungsberatung in Bayern und die Herausforderungen in den ländlichen Räumen
Abyan Nur und Ludwig Šimek, mobile Antidiskriminierungsberatung AGABY/respekt*land

AG 5: Neue Entwicklungen im Asylrecht für Ehrenamtliche
Joachim Jacob, Vorsitzender und Monika Hopp, Vorstandsmitglied von unserVeto Bayern


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6. Mai 2023

Über 100 Akteuer*innen der Integration beschäftigten sich mit der Gestaltung von Vielfalt.
Schon die Teilnehmerschaft repräsentierte diese Vielfalt: Ehren- und Hauptamtliche, mit und ohne Migrationsgeschichte, Mitglieder der Migrations- und Integrationsbeiräte, Integrationsbeauftragte und -lots*innen, Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung.
Tagungsflyer mit Programm

Grußworte:

Getrud Maltz-Schwarzfischer, Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg, betonte, dass es für die Gestaltung von Vielfalt als wichtiger gesellschaftlicher Aufgabe tragfähige Strukturen brauche. Zudem hob sie die Bedeutung der AGABY als Stimme der Integrationsbeiräte hervor.

Julia Lang, Vorsitzende des Integrationsbeirats Regensburg, beschrieb Integration als die Zukunftsgestaltung einer vielfältigen Gesellschaft. Sie hob die schnelle Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine als Beispiel hervor, dass Integration schnell gelingen kann, wenn der Wille auf allen Ebenen da sei.

Mitra Sharifi, Vorsitzende der AGABY, bezeichnete den Umgang mit Vielfalt als "Lackmustest unserer Gesellschaft". Bei der aktuell zu meisternden Aufnahme von Geflüchteten sei ein Diskurs von ständiger Überforderung wenig hiflreich. Vielmehr gehe es darum, Vielfalt als Chance zu begreifen. Dafür brauche es vielfältige Expertisen und vor allem nachhaltige Strukturen.

Podium "Wer gestaltet Vielfalt?"

Fragestellung: Wer sind die Integrationsakteure in Bayern, was sind ihre Aufgaben und Herausforderungen und wie sieht es mit der Vielfältigkeit der Integrationsakteure aus.

Moderator Lajos Fischer, Vorstandsmitglied der AGABY, unterstrich zu Beginn, welch große Fortschritte, trotz aller Schwierigkeiten, die Akteur*innen im Bereich der Integration erreichen konnten.
Die Ehrenamtsbeauftragte Eva Gottstein skizzierte die Vielfalt des Ehrenamts von Katastrophenschutz bis Flüchtlingshilfe. Dabei liegt der Anteil der Ehrenamtlichen mit Migrationshintergrund bei 26%.
Silvia Iriarte-von Huth und Cristina Lozano Gomez vom Integrationsbeirat Ingolstadt erläuterten den hohen Bedarf an niedrigschwelliger Beratung für von Diskriminierung Betroffene. Für den Aufbau einer Antidiskriminierungsstelle, wie sie in Ingolstadt geschaffen wurde, spielten die von AGABY geschulten "Sprecher*innen gegen Diskriminierung" als Ansprechpartner der Stadt eine wichtige Rolle. Das ehrenamtliche Engagement müsse dringend von hauptamtlichen Strukturen ergänzt werden.
Souzan Nicholson, hauptamtliche Integrationslotsin im Landkreis Kulmbach, betonte als Voraussetzung für erfolgreiche Integrationsarbeit das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen auf Augenhöhe. Unabdingbar sei auch eine langfristige Finanzierung, die gerade bei Integrationslots*innen im Frage gestellt sei. Integration solle endlich zur Pflichtaufgabe der Kommunen werden.
Ibukun Koussemou, Integrationsbeauftragter der Stadt Bayreuth, kritisierte die fehlende Repräsentanz von Migrant*innen auf vielen Ebenen, gerade in Bayern. Für eine erfolgreiche Aufnahme von Geflüchteten brauche es Informationen und Ansprechpartner*innen statt Massenunterkünfte, dort seien die Probleme vorprogrammiert.
Düzgün Polat, ZAM e. V., Zusammenschluss Augsburger Migranten(selbst)organisationen, unterstrich, dass für Migrant*innen die Zusammenarbeit mit der "biodeutschen" Gesellschaft eiserne Nerven erfordert. Integration sei harte Arbeit. Er unterstrich, dass die kolonialen Narrative hinterfragt und die Rahmenbedingungen für Migrant*innen verbessert werden müssten.
Matthias Vernim, Stadt Regensburg, Amt für Integration und Migration, hob die Wichtigkeit von Kontinuität und nachhaltigen Strukturen für eine erfolgreiche Integrationsarbeit hervor. In Regensburg sei die Expertise des Integrationsbeirats gefragt und der Beirat mit der Stadtverwaltung und einem eigenen Amt für Integration und Migration verzahnt.
 

Workshops "Wie gestalten wir Vielfalt?"

Beispiele guter Praxis im Themenfeld Integration aus ganz Bayern

  1. Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen gegen Diskriminierung
    Tamur Khan und Thigis Kirushnathasan, Sprecher gegen Diskriminierung in Kaufbeuren
  2. Ehrenamtliches Engagement für junge Geflüchtete
    Julia von Seiche, Integrationsbeirat Regensburg und Hilde Schedl, ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Regensburg
  3. Netzwerken
    Sana Hummady und Rami Boukhachem, Ausländer- und Integrationsbeirat Erlangen
  4. Integrationsarbeit in kommunalen Strukturen
    Sara und Claudio Cumani, Integrationsbeirat Garching
  5. Partizipation und interreligiöser Dialog
    Valentina Dumitru, Integrationsbeirat Bayreuth

Ehren- und Hauptamtliche Integrationsakteur*innen und Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung aus über 30 Kommunen Bayerns tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. Die Praxisbeispiele wurden ausgewertet (läuft gut/ schlecht, wollen wir ausbauen, ändern etc.)

Themenübergreifende Ergebnisse: Was sind Erfolgsfaktoren der Integrationsarbeit:

  • Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Integrationsakteuren
    Die Unterstützung der (Ober-)Bürgermeister*innen, Landrät*innen ist unabdingbar für das Gelingen der Integrationsarbeit
  • Ehrenamt braucht Hauptamt und umgekehrt, ehrenamtlich in der Integrationsarbeit Engagierte müssen von hauptamtlichen Stellen (die langfristig finanziert werden) unterstützt werden
  • Integrationsbeiräte und andere Migranten(selbst)organisationen sollen als politische Akteure anerkannt werden, dann ist ihre Expertise ein großer Gewinn
  • Vernetzung und Empowerment ist für Engagierte mit Migrationsgeschichte sehr wichtig
     

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25. Juni 2022

Bei der Landesintegrationsfachtagung 2022 standen die Solidarität mit der Ukraine und die Herausforderungen bei der Aufnahme von Geflüchteten im Mittelpunkt.
Die Veranstaltung fand mit rund 70 Teilnehmenden im Augsburger Rathaus statt.

Tagungsflyer mit Programm

Mit Grußworten eröffneten Martina Wild, 2. Bürgermeisterin der Stadt Augsburg, Didem Laçin Karabulut, Vorsitzende des Integrationsbeirats der Stadt Augsburg und Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende der AGABY die Tagung.

In seinem Vortrag „Kehren neue Besen besser? Was bedeuten die neuen bundespolitischen Entwicklungen für die Integrationsarbeit?“ nahm Memet Kılıç, Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, BZI, eine Bestandsaufnahme vor. Er unterzog Koalitionsvertrags der neuen Regierung einem kritischen Blick. Während die Hinnahme der Mehrstaatigkeit als Fortschritt zu werten sei, seien die geplanten Änderungen für geduldete Geflüchtete unzureichend. Zu bemängeln sei auch, dass Regelungen zur Finanzierungs- und Rechtsgrundlage von Integrationsbeiräten fehlten.

Temesghen Kubrom, Einwanderungsberatung MigraNet, stellte in seinem Vortrag „Booster gegen Fachkräftemangel? das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz vor. Mit Blick auf die Integration von Fachkräften aus dem Ausland ist zu befürchten, dass das neue Gesetz zu hohe Anforderungen stellt und nur wenig Verbesserung bringt. Konkrete Zahlen (Monitoring, Erfolgsmessung) für Bayern liegen bisher nicht vor. Integrationsbeiräte, die bei der Integration von Neuzuwanderern eine wichtige Rolle spielen, werden leider nicht berücksichtigt.
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Über „Solidarität mit der Ukraine in der Friedensstadt Augsburg als Beispiel für die kommunale Aufnahmepraxis von ukrainischen Geflüchteten“ spricht Martina Wild, Leiterin des Referats für Bildung und Migration und 2. Bürgermeisterin der Stadt Augsburg. In Augsburg wurde schnell eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Dabei war es der Stadt wichtig, die Angebote für Menschen aus der Ukraine, aber auch für alle Geflüchteten zu organisieren. Im Zuge der weiteren Unterstützung zur Integration stellt die Beschaffung von Wohnungen eine große Herausforderung dar.

Zum Thema „Krieg in der Ukraine: Neue Herausforderungen und Perspektiven für eine humane Flüchtlingspolitik“ diskutierten Dr. Tetyana Heggan-Kloubert, Mitglied des Integrationsbeirats der Stadt Augsburg und Hamado Dipama, Referent für Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit der AGABY. Heggan-Kloubert unterstreicht, dass Migration immer zu einer Transformation der Gesellschaft führt. Aktuell müsse es um einen Dialog zwischen Deutschen und Ukrainer*innen und um Solidarität gehen. Dipama beschreibt, dass in der Aufnahme der unkrainischen Geflüchteten neue Maßstäbe gesetzt wurden. Jedoch müsse diese neue Willkommenskultur für alle Geflüchteten gelten. Er kritisierte scharf, dass Geflüchtete gegeneinander ausgespielt werden. Das Podium wie die Tagungs-Teilnehmer*innen unterstrichen in ihren Wortbeiträgen, dass gemeinsam gegen Rassismus eingetreten und für eine bessere Aufnahme aller Geflüchteten gekämpft werden muss.

Fotos: Mustafa Mokhtari

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26. Juni 2021

Bei der Landesintegrationsfachtagung 2021 mit rund 85 Teilnehmenden stand die Sichtbarmachung von Diversität und (ehrenamtlichen) Integrationsakteure im Mittelpunkt.

Viele Menschen mit und ohne Migrationshintergrund leisten seit Jahrzehnten haupt- und ehrenamtlich als integrationspolitische Akteure immens wichtige Arbeit. Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte gehören zu ihnen und setzen sich in den Städten und Landkreisen Bayerns für die politische und soziale Teilhabe von Neuzugewanderten und Integrationsprozesse der gesamten Gesellschaft ein. Dennoch sind sie und ihr vielfältiges Engagement in der Öffentlichkeit viel zu wenig sichtbar. Deshalb stand unsere Landesintegrationsfachtagung unter dem Motto „Diversität sichtbarer machen – Integrationsbeiräte stärken!“

Die Fachtagung startete mit einem digitalen Begrüßungscafé. Die Teilnehmer*innen stellten sich in Kleingruppen vor und tauschten sich in lockeren Runden über ihre Morgengetränke und ihnen persönlich am Herzen liegende Themen aus.

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte im noch immer andauernden "Lernprozess" des Einwanderungslandes Deutschland und für eine plurale Gesellschaft hervor.

Mitra Sharifi, Vorsitzende der AGABY, thematisierte in ihrem Grußwort die aktuellen Erschwernisse durch die Pandemie und sprach den Pflegekräften, Ärzt*innen, Kassierer*innen Dank und Anerkennung aus. Unter diesen "Held*innen" seien auch viele Menschen mit Migrationsgeschichte. Auch hier müsse gelten, die Leistungen von Migrant*innen für die Gesellschaft sichtbar zu machen.

In der ersten Podiumsdiskussion ging es um die Frage "Warum sind Integrationsbeiräte wichtig?!" mit:

  • Lüftiye Yaver-Bozkurt, 2. stellv. Vorsitzende der AGABY  und Migrationsbeirat der Stadt München
  • Didem Karabulut, Vorsitzende des Integrationsbeirats der Stadt Augsburg
  • Claudio Cumani, Vorsitzender des Integrationsbeirats der Stadt Garching
  • Matthias Vernim, Geschäftsführer des Integrationsbeirats der Stadt Regensburg
  • Matthias Kreß, Integrationsbeauftragter der Stadt Schweifurt

Sehr erfolgreich gelang es den fünf Podiumsgästen, die immens wichtige Arbeit der Integrationsbeiräte in den bayerischen Kommunen sichtbar zu machen. Sie beleuchteten aber auch, wo die Expertise der Integrationsakteure noch zu wenig beachtet wird und ihre demokratische Struktur noch ausbaufährig ist. Einig waren sich die ehren- wie hauptamtlichen Diskutant*innen, dass auch in Bayern die Einrichtung enes Integrationsbeirats eine Pflichtaufgabe der Kommunen sein sollte und diese durch die gesellschaftlich wertvolle Arbeit der Beiräte nur gewinnen können. Mehrheitlich, wenn auch nicht einstimmig, sprachen sich sowohl die Podiumsgäste wie die weiteren Teilnehmer*innen dafür aus, dass die Integrationsbeiräte gewählt werden und ihre Mitglieder Migrant*innen sein sollten.

Das zweite Podium diskutierte über die Frage "Wie stärkt die Politik die Position der Integrationsbeiräte und vertritt die Perspektive der Migrant*innen?"

  • Gudrun Brendel-Fischer, MdL, Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  • Karl Straub, MdL, CSU
  • Arif Tasdelen, MdL, SPD
  • Gülseren Demirel, MdL, Bündnis 90/ Die Grünen
  • Alexander Hold, MdL, Freie Wähler
  • Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende der AGABY

Alle Politiker*innen unterstrichen grundsätzlich die wichtige Rolle der Beiräte in den Kommunen bei der Gestaltung der Integrationspolitik in den Kommunen. Bei der konkreten Ausgestaltung gingen die Meinungen jedoch auseinander. Dies betraf die Verankerung der Integrationsbeiräte in der Bayerischen Gemeinde- und Landkreisordnung. Umstritten war auch die Frage, ob die Integrationsbeiräte demokratisch von den Migrant*innen der Kommune gewählt oder benannt oder berufen werden sollten.

In ihrer Zusammenfassung hob Mitra Sharifi, Vorsitzende der AGABY, hervor, dass die Fachtagung ihrem Titel alle Ehre gemacht und Diversität in Bayern sichtbar gemacht habe. Sowohl was die Akteur*innen wie auch die Positionen zu Themen der Integration betrifft.

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26./ 27. Juni 2020

Die Landesintegrationsfachtagung der AGABY 2020 fand inmitten der schwierigen Situation der Corona Pandemie und deshalb erstmals komplett digital statt. Dennoch standen Austausch und Vernetzung im Mittelpunkt und wurden beteiligungsorientiert mit digitalen Tools gestaltet.

Die rund 80 Teilnehmenden aus den Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräten Bayerns, der Integrationsarbeit und aus Politik und Verwaltung der Kommunen und der Landesebene erarbeiteten gemeinsame Perspektiven für ein solidarisches Miteinander und Forderungen für eine zukunftsfähige Integrationspolitik in Bayern.

Auf dem Programm standen ein Fachvortrag, ein Impuls der Vorsitzenden, Diskussionsforen mit allen Teilnehmenden und der Dialog mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann.

Ausführliche Dokumentation

30. März 2019

In ganz Bayern arbeiten zahlreiche Akteure mit großem Engagement daran, die Integration und damit ein gleichberechtigtes und demokratisches Miteinander in einer inklusiven Gesellschaft voranzubringen. Diese Vernetzung aus migrantischer Perspektive voranzubringen ist Auftrag und Anspruch von AGABY.
 

Fachvortrag:
"Warum ist der soziale Aufstieg für Einwandererkinder so schwer – und wie wir es ändern können"

Dr. des. Christine Lang, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften

Barcamp Integration:
Zwei Workshop-Sessions zu einer Vielfalt an Themen rund um Integrationspolitik und -praxis in Stadt und Land

Tagungflyer mit Programm

Der Landesintegrationsfachtag wurde in Kooperation mit der Stadt Bamberg und mit dem Migrations- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg organisiert und durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration finanziell unterstützt.

21. April 2018

Eine erfolgreiche Integrationspolitik braucht aktive Mitgestaltung. Wie kann die Partizipation aller Akteure gelingen und wie können Integrationsstrukturen insbesondere in ländlichen Räumen gefördert werden?
Bei der Fachtagung standen Themen im Mittelpunkt, die gerade im Vorfeld der Bayrischen Landtagswahl im Oktober 2018 hoch aktuell sind.
 

Fachvorträge:
„Zuwanderung in ländliche Räume: aktuelle Prozesse und Potenziale“
Dr. Stefan Kordel, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Geographie, FAU Erlangen-Nürnberg

"Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen“
Dr. Kay Ruge, Beigeordneter des Deutschen Landkreistages

Arbeitsgruppen:

AG 1: Wie? Wo? Mit wem?
Funktioniert Integration im Landkreis?

AG 2: "Integration mit Augemaß"
Integration im Landkreis Dachau - ein Best-Practice-Beispiel

AG 3: Kleiner Fünf Bayern
Radikale Höflichkeit gegen Rassismus, Diskriminierung und Rechtsextremismus

AG 4: Interkulturelle Arbeit mit und für Geflüchtete
Refugees Nürnberg „you are here“

AG 5: "Was das gesprochene Wort nicht erreichen kann"
Fluchterfahrungen künstlerisch aufarbeiten

AG 6: Der Beitrag interreligiöser Sprachfähigkeit in der kommunalen Arbeit

Tagungsflyer mit Programm

Die Fachtagung wurde in Kooperation mit der Stadt Kempten und dem Integrationsbeirat der Stadt Kempten organisiert und durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration finanziell unterstützt.

1. April 2017

Gerade im Jahr der Bundestagswahl geht es um die brennenden Fragen: Wie kann einer Spaltung der Gesellschaft und dem wachsenden Rassismus entgegen gewirkt werden? Wie können Integration und inklusives Zusammenleben in den Städten und im ländlichen Raum in Bayern gefördert werden?
 

Podiumsdiskussion zu den Themen Integration im ländlichen Raum, Rassismus und soziale Teilhabe mit:

  • Joachim Herrmann, MdL, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr (CSU)
  • Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen (SPD)
  • Christine Kamm, MdL, Sprecherin für Europapolitik, Asylpolitik und Integration (Bündnis 90/ Die Grünen)
  • Dr. Hans Jürgen Fahn, MdL, Sprecher für Flüchtlinge und Vertriebene, Entwicklungspolitik und Integration (Freie Wähler)
  • Dr. Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin und Referentin für Soziales, Integration, Inklusion und Demografischen Wandel der Stadt Erlangen (FDP)
  • Stephan Doll, Vorsitzender des DGB Mittelfranken
  • Moderation: Michael Kasperowitsch, Nürnberger Nachrichten

Arbeitsgruppen:

  • AG 1 – Social Media für die Integrations- und Beiratsarbeit
  • AG 2 – Chancen für den Arbeitsmarkt-Einstieg
  • AG 3 – Beiräte im ländlichen Raum
  • AG 4 – Fit werden gegen Rassismus und Nationalismus
  • AG 5 – Kollegialer Austausch zur Bildungsarbeit
  • AG 6 – Kommunale Strukturen erfolgreicher Integration
  • AG 7 - Sprache als Schlüssel zur Integration?!

Tagungsflyer mit Programm

Die Fachtagung wurde in Kooperation mit der Stadt Erlangen und dem Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Erlangen organisiert und durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration finanziell unterstützt.