1.  
Migrantinnen- und Migrantenbeirat Bamberg Heinrichsdamm 1 96047 Bamberg mib@stadt.bamberg.de 0951 8718-70-74 0951 871915 https://www.stadt.bamberg.de/B%C3%BCrgerservice/%C3%84mter-A-Z/Migrantinnen-und-Migranten_/Migranten-und-Integrationsbeirat/Wir-%C3%BCber-uns
2. brlv_04_2021_einmischen_interview_k02.pdf  
BILDUNGSPROJEKTE 28 M D I E B AY E R I S C H E R E A L S C H U L E | 04 / 2021 Ein neues Projekt führt Schulen und Einrichtungen bürgerschaftlichen Engagements zusammen TEXT Stephan Schwieren / Johannes Uschalt it dem Projekt »Einmischen!« entsteht ein neues Angebot in Bayern, das auf politisches Lernen und praktische Demokratieerfahrungen ausgelegt ist: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 bis 10 wählen einen aktuellen gesellschaftlichen Problembereich aus, um ein eigenes Projekt an der Schule oder im näheren Umfeld zu realisieren, bei dem sie sich engagieren können. Vier zentrale Themen stehen dabei zur Auswahl: • • • • Klimawandel, Diskriminierung, soziale Gerechtigkeit und Demokratiegefährdung. | FOTO Adobe Stock In einem zweitägigen Workshop und in Kooperation mit Ehrenamtlichen aus einer zivilgesellschaftlichen Einrichtung stärken die Schüler ihr Bewusstsein für gesellschaftliche Probleme und demokratische Werte. Gleichzeitig sammeln Jugendliche so zivilgesellschaftliche Erfahrungen und lernen ehrenamtliches Arbeiten und Einrichtungen bürgerschaftlichen Engagements kennen. Das Projekt »Einmischen!« startet zum Schuljahr 2021 / 22 und läuft bis mindestens Ende 2023. Beteiligen können sich Klassen oder Arbeitsgruppen von Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien in ganz Bayern. Initiiert wurde »Einmischen!« von den folgenden Institutionen: – dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern (LBE e.V.), – der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (BLZ), – der Stiftung Wertebündnis Bayern, – dem Bayerischen Realschullehrerverband (brlv) – und fünf weiteren Partnern. Das Projekt wird durch den Lehrstuhl für Politikdidaktik der Universität Eichstätt evaluiert. Schirmfrau des Projekts ist Eva Gottstein, die Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung. Kontakt und Anmeldung: Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern Stephan Schwieren Tel.: 0911 810129 - 19 E-Mail: schwieren@lbe-bayern.de Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Johannes Uschalt Tel.: 089 9 541154 33 E-Mail: Johannes.Uschalt@blz.bayern.de www.einmischen.org BILDUNGSPROJEKTE 04 / 2021 | D I E B AY E R I S C H E R E A L S C H U L E »Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen Theorie und Praxis – von der politischen Bildung hin zum bürgerschaftlichen Engagement« TEXT Stephan Schwieren / Johannes Uschalt | FOTOS Giulia Ianicelli, BLZ, privat Einmischen bedeutet selbst aktiv werden Interview mit Dr. Andrea Taubenböck (Stiftung Wertebündnis Bayern), Rupert Grübl (BLZ) und Dr. Thomas Röbke (LBE e. V.) Dr. Andrea Taubenböck Rupert Grübl Dr. Thomas Röbke Geschäftsführerin der Stiftung Wertebündnis Bayern (München) Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (BLZ, München) Geschäftsführer des Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement Bayern e. V. (LBE Bayern e. V., Nürnberg) Vom Bayerischen Ministerpräsidenten initiiert, hat sich dieses bundesweit einmalige Bündnis seit seiner Gründung im März 2010 zu einem Erfolgsmodell entwikkelt, um Werteorientierung und Wertebildung bei jungen Menschen zu fördern. Die BLZ ist die zentrale staatliche Einrichtung für die politische Bildung in Bayern. Sie hat die Aufgabe, auf überparteilicher Grundlage das Gedankengut der freiheitlich-demokratischen Staatsordnung im Bewusstsein der Bevölkerung zu fördern und zu festigen. Im September 2020 wurde eine Außenstelle in Augsburg eröffnet, um Kinder, Jugendliche wie auch Erwachsene über Gefahren für die Demokratie durch die digitale Welt aufzuklären. Diese wird sich verstärkt der Bekämpfung von politischem Extremismus in den sozialen Medien annehmen. Von der Familienberatung über den Sportverein bis zur Seniorenarbeit: Bürgerschaftliches Engagement hat viele Gesichter. Bei aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit der unzähligen Aktivitäten in Vereinen, Projekten und Initiativen gibt es Informationen und Ideen, die für alle wichtig und interessant sind. Das LBE trägt diese zusammen, stellt sie anderen zur Verfügung und initiiert den Austausch zwischen unterschiedlichsten Partnern. So können alle Beteiligten von der Netzwerkarbeit profitieren. www.wertebuendnis-bayern.de www.lbe.bayern.de www.blz.bayern.de Frau Dr. Taubenböck, welche Werte wollen Sie mit Ihrem Projektförderungen stärken, was ist die Grundidee dahinter? Passt das Projekt »Einmischen« dazu? Dr. Andrea Taubenböck: Wir wollen Demokratie stärken, Teamgeist, Verantwortung, aber auch Vertrauen, Selbstwertgefühl, Solidarität, eine ganze Bandbreite von Werten und das Projekt Einmischen passt da ganz wunderbar hinein. Es ermutigt dazu gesellschaftliche Herausforderungen zu identifizieren, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und tatsächlich etwas beizutragen zu gesellschaftlichen Veränderungen oder Verbesserungen. Besonders gut gefällt mir daran, dass wir die Brücke schlagen zwischen Theorie und Praxis. Von der politischen Bildung zum bürgerschaftlichen Engagement: Junge Menschen führen in Zusammenarbeit mit NGOs, Vereinen, Verbänden, Stiftungen ein konkretes Engagementprojekt durch. Sie handeln tatsächlich, sie werden aktiv. Dadurch erleben sie, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Junge Menschen brauchen vor allem Vertrauen, Zutrauen in das Funktionieren unseres Staates, um Radikalisierungen, Abwendungen von der Gemeinschaft zu verhindern, und das gewinnt man dadurch, dass man stabile Lebensverhältnisse bietet, dass man Einblick gewährt, wie unser gesellschaftliches Zusam- 29 30 BILDUNGSPROJEKTE D I E B AY E R I S C H E R E A L S C H U L E | 04 / 2021 menleben funktioniert. Dass man im öffentlichen Raum Erfahrung sammelt. Ich glaube, dass dieses Projekt genau da ansetzt. Dass man Vertrauen schaffen kann in die eigenen Fähigkeiten und auch in das Funktionieren unserer Gesellschaft. Herr Grübl, die Landeszentrale ist einer der Projektträger beim Projekt »Einmischen«. Es geht es um politisches Engagement von jungen Menschen. Warum glauben Sie, gibt es jetzt den Bedarf, ein solches Projekt zu starten? Rupert Grübl: Ich weiß nicht, ob der Bedarf erst jetzt entstanden ist. Ich möchte gern an das anknüpfen, was Frau Dr. Taubenböck gesagt hat. Ich habe fast 30 Jahre als Lehrer an bayerischen Gymnasien gearbeitet und jedes Jahr auch zehnte Klassen in Sozialkunde unterrichtet. Dabei stößt man auf eine Skepsis: »Politik – was ist das überhaupt? Das interessiert mich ja eigentlich gar nicht.« Ich habe festgestellt, dass die Einstellungen wie Schüler ans Thema Politik herangehen, etwas damit zu tun hat, dass die jungen Leute glauben, dass die dort oben in Berlin oder in München mit ihnen hier unten eh machen, was sie wollen. Es geht also darum, die jungen Leute zu überzeugen, dass dem nicht so ist. Es gibt viele Möglichkeiten des sich »Einmischens«. Wichtig ist dabei, dass wir den jungen Leuten ein Gefühl von Selbstwirksamkeit vermitteln. Junge Leute müssen erleben, dass das, was sie tun, wirkt. Auch in die Politik hinein wirkt. Das sie vielleicht nicht beim Gipfeltreffen von Biden und Putin dabei sein können, aber dass sie, wenn sie bereit sind, sich zu engagieren, durchaus die Möglichkeit haben, sich einzubringen. Und da ist eben das Ehrenamt von ganz großer Bedeutung. Und wenn es uns mit unserem Projekt Einmischen gelingt, jungen Leuten ein Gefühl von Selbstwirksamkeit zu vermitteln, dann haben wir viel gewonnen. Herr Dr. Röbke, welche Erfahrungen und Perspektiven bringt das Landesnetzwerk mit ein? Wie nehmen Sie das wahr: Braucht es eine Brücke zwischen dem Ehrenamt und den Schulen und auch zwischen Ehrenamt und jungen Menschen? Dr. Thomas Röbke: Ja, unbedingt braucht es diese Brücken. Wir haben ja im Titel unserer Organisation das »bürgerschaftliche Engagement«, das ist eine bestimmte Bedeutung von Ehrenamt. Ehrenamt ist auch eine Beteiligung an politischem Gemeinwesen. Wir haben den Auftrag, das Ehrenamt als bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Deswegen freut es uns natürlich sehr, dass wir mit dem neuen Projekt eine starke Gemeinschaft an dieser Stelle bilden. Uns sind zwei Dinge wichtig: Im neuen Freiwilligensurvey wurde gefragt, wie es mit den demokratischen Einstellungen im bürgerschaftlichen Engagement aussieht und da kam sehr signifikant heraus, dass Menschen, die sich engagieren, eine deutlich größere Affinität zu den demokratischen Institutionen unseres Gemeinwesens haben als Menschen, die sich nicht engagieren. Das zeigt doch, dass die Stärkung von Demokratie und das Bürgerschaftliche Engagement für das Gemeinwesen in unmittelbarer Verbindung stehen. Und das zweite ist die Schule, die ein ganz wesentlicher Ort ist, an dem man nicht nur Mathe und Deutsch lernt, sondern auch eine Einstellung zu unserem Gemeinwesen. Das ist nicht im Trockenschwimmkurs zu erhalten. Das gelingt doch nachhaltig besser, wenn die Jugendlichen tatsächlich selber erfahren, was das Gemeinwesen um sie herum ist. Die Initiati- ven einer Tafel oder von einer Umweltgruppe. So kriegt man schon einmal mit, wie man in unserer Gesellschaft mit dem Thema Klimaschutz oder mit Armut umgeht. Sie haben alle über den Wert, dass Jugendliche sich beteiligen, und über die Bedeutung von Vertrauen gesprochen. Ist denn »Einmischen« für Sie ein Wert an sich? Und welche Form von Einmischen brauchen wir? Grübl: Im Deutschen Kaiserreich hieß es: Schweigen ist die erste Bürgerpflicht. In einer Demokratie bedeutet es das Gegenteil. Einmischen, sich engagieren, den Mund aufmachen ist erste Bürgerpflicht. Macht hat die Tendenz, immer mächtiger werden zu wollen. Macht hat die Tendenz sich zu verselbständigen und es gilt in einer Demokratie Möglichkeiten zu schaffen, wo sich die Menschen einmischen und sich einbringen können, damit Macht kontrolliert wird. Machtkontrolle ist ein ganz wichtiger Bestandteil von Demokratien. Dafür ist es wichtig, dass wir die jungen Leute dazu bringen, sich einzumischen. Taubenböck: Ich sehe es genauso. Einmischen ist tatsächlich demokratische Partizipation. Eine Demokratie funktioniert ja nur, wenn Demokraten sich daran auch beteiligen, wenn sie ihr Partizipationsrecht auch ausüben. Und wenn ich eben gesagt habe, dass es darum geht, Vertrauen zu schaffen, dann meine ich damit nicht, dass nur affirmativ bestehende Strukturen gestützt werden müssen. Da ist der Ansatz dieses Projekts ein ganz anderer, denn der geht von gesellschaftlichen Herausforderungen und Veränderungsbedarf aus. Wenn es gelingt, Jugendliche in die Lösungsfindungen zu diesen komplexen Problemen wie dem Klimawandel einzubeziehen, dann macht sie das fit für die Zukunft: Es beteiligt sie an unserem Gemeinwohl und darum, glaube ich, muss es gehen. Röbke: Einmischen ist eine wichtige Haltung. Einmischen heißt, ich bringe meine eigenen Kompetenzen und Interessen ein, aber ich achte auch die anderen Farben. Ich denke auch in der Perspektive des Gegenübers. Demokratie, wenn sie funktionieren will, kann ja nicht allein in Parlamenten funktionieren oder in Lobbyisten, die dann vor den Parlamenten stehen und ihre Interessen durchsetzen, sondern es muss im Alltag gelebt werden. In den Jugendgruppen, außerschulisch, in der Schule selbst, in der Familie. Ich bin noch in der Zeit groß geworden, wo es hieß: Solange Kinder die Füße unter den Tisch zu Hause stellen, machen sie, was der Vater sagt. Heute ist das in den Familien in den meisten Fällen ganz anders. Auch eine Familie muss aushandeln und das sind die Humusschichten, auf denen dann die demokratischen Institutionen funktionieren. Einmischen ist die wesentliche Haltung, die man in der Bildung kommunizieren und bilden muss. »Einmischen« setzt an der Schule an. Es wird auch von den Lehrern abhängen, ob Projekte gestartet und umgesetzt werden. Warum sollen sich die Lehrkräfte diesen Schuh auch noch anziehen und solch ein Projekt wie »Einmischen« neben ihrem Alltag managen? Röbke: Ich bin nie Lehrer gewesen, aber natürlich war ich Schüler und verfolge das Bildungsthema aufmerksam. Ich verstehe sehr wohl, dass Lehrer sehr oft das Gefühl der Überforderung haben. Aber da will das Projekt ja genau ansetzen: Es wird ihnen gezeigt, »das musst du nicht alles selber organisieren. Du hast kompetente Partner vor Ort, die dir dabei helfen.« Das ist das eine und das zweite ist: Beteiligung und demokratische Partizipation ist kein Add-On, sondern was wir bei Einmischen machen, ist zentraler Bestandteil des Bildungsauftrags. Ihr müsst nicht noch extra was dazudenken. Taubenböck: Ich bin auch gelernte Gymnasiallehrerin und von daher spreche ich auch aus eigener Erfahrung. Ich weiß natürlich, dass es einen immer ärgert als Lehrerin, wenn die Gesellschaft alles, was nicht funktioniert, den Schulen aufbürdet und sagt: Ihr müsst es reparieren. Man muss als Lehrer tatsächlich eine große Bandbreite an Fähigkeiten haben, um allen gerecht zu werden. Ich sehe es aber noch aus einer anderen Perspektive: Lehrkräfte haben aus meiner Erfahrung oft das Gefühl, sie dürfen sich auf das politische Feld aus Gründen der Neutralität, aus Gründen des Beutelsbacher Konsenses* usw. nicht wagen. Hier müssen wir die Lehrkräfte unterstützen und ihnen den Mut geben: Natürlich dürft ihr euch in diesem Feld betätigen. Junge Leute wollen sich auch an Haltungen, an Vorbildern reiben können. Grübl: Ich glaube, dass der Beutelsbacher Konsens* es uns nicht nur nicht verbietet, uns politisch zu äußern, sondern uns gerade auffordert, das zu tun, wenn es darum geht, unsere gemeinsamen Werte, unsere Grundrechte und unser Grundgesetz zu verteidigen. BILDUNGSPROJEKTE Grübl: Ja, das wird ganz wichtig sein, für unser Projekt die richtigen Themen zu finden, um die jungen Leute nicht zu frustrieren. Sie nicht an zu große Themen herangehen zu lassen, an denen sie einfach nur scheitern müssen. Wobei ich aber schon der Meinung bin, dass das Anerkennen der eigenen Grenzen und die Förderung der Frustrationstoleranz Aufgabe von Erziehung und auch von politischer Bildung sein müssen. Röbke: Bei Einmischen geht darum, dass der schulische Bildungsauftrag mit dem Auftrag des bürgerschaftlichen Engagements, sich im Gemeinwesen zu engagieren, gut miteinander verbunden wird. Dafür ist der Begriff »Einmischen« genial gewählt. Man mischt sich nämlich in beide Richtungen ein: Man mischt sich in die Zivilgesellschaft ein, aber man mischt sich auch in die Schule ein. Das eröffnet in gewisser Weise auch neue Perspektiven. Zum Abschluss die Frage: Was erwarten Sie und erhoffen Sie sich von dem Projekt? Taubenböck: Ich würde mir wünschen, dass junge Menschen den Schritt hin zum bürgerschaftlichen Engagement tun und dabei erkennen, dass sie dadurch selbst profitieren, aber auch die Gesellschaft als Ganzes. Grübl: Ich verbinde meine Antwort mit einer aktuellen Frage: Wird die Schule jetzt in der Post-Corona-Zeit eine reine »Paukschule«, um den gesamten Stoff nachzuholen? Das muss schon irgendwie geschehen, aber ich hoffe, dass genau dieser Fehler jetzt nicht gemacht wird. Ich hoffe, es wird auch gefragt: Was macht Schule denn aus? Natürlich ist der Unterricht das Kernelement von Schule, aber zur Schule gehört so viel mehr. Zur Schule gehört das soziale Miteinander, das soziale Lernen, das Lernen »en passant«. Dazu gehören solche Projekte wie Einmischen. Ich hoffe, dass unser Projekt dazu beiträgt, dass Schule zu einem Normalbetrieb kommt, bei dem solche Projekte dazugehören. ♦ FUSSNOTE 04 / 2021 | D I E B AY E R I S C H E R E A L S C H U L E Beutelsbacher Konsens Der sogenannte »Beutelsbacher Konsens« wurde in den 1970er-Jahren entwickelt und formuliert drei zentrale didaktische Leitgedanken für die politische Bildung: 1. Überwältigungsverbot Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der »Gewinnung eines selbständigen Urteils« zu hindern. 2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Unterschiedliche Standpunkte dürfen nicht unter den Tisch fallen, Optionen nicht unterschlagen werden oder Alternativen unerörtert bleiben. Zu fragen ist, ob der Lehrer nicht sogar eine Korrekturfunktion haben sollte, d. h. ob er nicht solche Standpunkte besonders herausarbeiten muss, die den Schülern von ihrer jeweiligen politischen und sozialen Herkunft her fremd sind. Bei »Einmischen« werden große Themen angesprochen: Klimawandel, Diskriminierung, soziale Ungerechtigkeit und Extremismus. Wie kann es hier gelingen, dass man das Gefühl bekommt, wie Sie so schön gesagt haben, »mein Tun wirkt«? Was sind Chancen und was sind die Gefahren, wenn wir die Jugendlichen an solchen Themen arbeiten lassen? Taubenböck: Ich glaube, der Knackpunkt an diesem Projekt ist, dass man von Anfang an Projekte auswählt, die auf die großen Themen abzielen, aber dennoch vom Ansatz her so überschaubar gestaltet sind, dass man etwas im Kleinen bewegen kann, was aber ein Mosaikstein für die Lösung eines großen gesellschaftlichen Problems darstellt. QUELLE 3. Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren. Er soll auch nach Wegen suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen. Eine solche Zielsetzung schließt in sehr starkem Maße die Betonung operationaler Fähigkeiten ein, was eine logische Konsequenz aus den beiden zuvor genannten Prinzipien ist. Hans-Georg Wehling (1977): Konsens à la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespräch. In: Siegfried Schiele / Herbert Schneider (Hrsg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart, S. 173–184, hier S. 179 f. 31
3. test  
test test lkgjoita-öuöq nähre Infos finden Sie unter Veranstaltungen
4. Tagesordnung_Vollversammlung_AGABY_27.06.2021.pdf  
Vollversammlung der AGABY 27. Juni 2021 Online-Meeting per Zoom TAGESORDNUNG 09.45 – 10.00 Uhr Technische Hinweise – Teilnahme aller stimmberechtigten Delegierten unbedingt empfohlen 10.00 – 10.15 Uhr Begrüßung Mitra Sharifi Neystanak, Vorsitzende der AGABY TOP 1 Verabschiedung der Tagesordnung TOP 2 Zwischenbericht des Vorstands zur aktuellen Situation TOP 3 Antrag des Vorstands auf Satzungsänderung „Digitale Sitzungen“ TOP 4 Anträge der Beiräte und Resolutionen 10.15 – 13.30 Uhr 13.30 – 14.30 Uhr 14.30 – 15.25 Uhr 15.25 – 15.30 Uhr Pause TOP 5 Austausch der Beiräte zu aktueller Beiratsarbeit TOP 6 Ankündigung der zweiten Vollversammlung im November 2021 und Ende der Vollversammlung und Verabschiedung
5. Resolution_Mehr_Demokratie_wagen_VV_06.2021.pdf  
Resolution der Vollversammlung der AGABY im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 Mehr Demokratie wagen - Stärkung der politischen Partizipation eingewanderter Menschen Gerade in unserer Zeit, in der Feinde der Demokratie in den Parlamenten und in der Öffentlichkeit wieder so frei agieren können, wie es in der Geschichte der Bundesrepublik nie der Fall war, gilt: Jede Stimme für die Demokratie zählt. Rassistische Hetze und Ausgrenzung der Menschen mit Migrationsgeschichte sind Kern der politischen Agenda der Rechtspopulisten. Gleichzeitig dürfen viele der Migrant*innen in Deutschland noch immer nicht wählen. Ihre politische Gleichstellung darf nicht weiter aufgeschoben werden. Einen Teil der Gesellschaft dauerhaft von Wahlen auszuschließen, ist mit den demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar. Unsere Gesellschaft muss gegen die Feinde der Demokratie gestärkt werden, um eine demokratische Zukunft in Vielfalt zu ermöglichen. Es ist es wichtig, die demokratischen Partizipationsrechte eingewanderter Menschen zu stärken, denn gerade ihnen wird von Rassist*innen die Zugehörigkeit zur Gesellschaft abgesprochen. Wir fordern:   Erleichterte Einbürgerung und Abbau von Hürden, vor allem durch Hinnahme der Mehrstaatlichkeit Einführung des kommunalen Wahlrechts für Drittstaatsangehörige Wir rufen alle demokratischen Parteien auf, entsprechende Forderungen in ihre Wahlprogramme und Koalitionsverhandlungen aufzunehmen und auf Gesetzes- und Grundgesetzänderungen hinzuwirken. Alle Menschen mit Migrationsgeschichte, die ein Wahlrecht besitzen, rufen wir auf, sich für die Demokratie zu engagieren, an der Bundestagswahl teilzunehmen und Parteien zu wählen, die sich für ein demokratisches und diskriminierungsfreies Miteinander in Vielfalt einsetzen. Beschlossen von der Vollversammlung der AGABY, im digitalen Raum, 27.06.2021
6. Resolution_Beiraete_staerken_VV_06.2021.pdf  
Resolution der Vollversammlung der AGABY Wer die Integrationsbeiräte stärkt, stärkt unsere Demokratie Vor einem halben Jahrhundert galten Zuwanderer in Bayern lediglich als „Gäste“. Heute gehören Menschen mit Migrationsgeschichte und ihre Nachkommen in unserem Einwanderungsland der demokratischen Vielfalt meist selbstverständlich in die Mitte der Gesellschaft. Was für eine großartige Entwicklung! Die Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte, die in Bayern seit Anfang der 1970er Jahre aktiv sind, hatten in diesem Prozess eine Schlüsselrolle. Eine bessere Repräsentation der Vielfalt kann man sich kaum vorstellen: In den Beiräten engagieren sich Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen gemeinsam für die Verbesserung der Lebensumstände in ihrer Kommune und haben dank ihrer demokratischen Legitimation und tiefen Verwurzelung in ihren Communitys eine starke politische Stimme. Sie bieten Plattform für Diskurse innerhalb der migrantischen und mit der gesamten Gesellschaft, sorgen für Ausgleich und Kompromisse. Sie initiieren den interkulturellen Dialog vor Ort. Durch die Weitergabe von eigenen Integrationserfahrungen an Neuzugewanderte geben sie wertvolle Hilfeleistungen. Sie weisen auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen hin und treten konsequent gegen Rassismen und Diskriminierungen ein: in der Kommune, aber auch in den eigenen Reihen. Ihre Gremien sind ein Lernfeld für politische Partizipation und hierdurch eine wichtige Quelle für die interkulturelle Öffnung politischer Gruppierungen. Sie beraten kommunale Institutionen und die Verwaltung und sorgen für einen mehrsprachigen Informationsfluss. Sie setzen sich konsequent für Chancengleichheit ein, entwickeln zukunftsweisende Projekte und Strategien. Sie bringen neue Impulse ins örtliche Kulturleben und in die politische Kultur ihrer Kommune ein. Aber an erster Stelle waren und sind die Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte die politische Interessenvertretung von Ausländer*innen und allen Menschen mit Migrationsgeschichte in der Kommune. Sie gleichen offensichtlich vorhandene Demokratiedefizite aus, ihre Stärkung bedeutet auch deshalb eine wichtige Investition in die demokratischen Strukturen. Solange zwischen dem Aufenthaltsstatus und den politischen Rechten Diskrepanzen bestehen und solange die Kommunalparlamente die Vielfalt der örtlichen Gesellschaft nicht widerspiegeln, kann und darf man auf diese zentrale Funktion der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte nicht verzichten! Für politische Interessenvertretungen in einer Demokratie ist die Legitimation durch die gesellschaftliche Basis und die Verantwortung der politischen Vertreter*innen dieser Basis gegenüber unerlässlich. 1 In diesem Sinne fordern wir die kommunalen Entscheidungsträger in Bayern auf:     Die Entstehung der Gesellschaft der Vielfalt und hierbei die Rolle der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte bewusst in das örtliche Narrativ aufzunehmen. Die bestehenden Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte in den Städten und Landkreisen weiter zu stärken (Rechte, Öffentlichkeit, Finanzen, Infrastruktur). Die Gründung neuer Integrationsbeiräte in allen weiteren kreisfreien Städten und Landkreisen zu unterstützen und, falls notwendig, dafür die Initiative zu ergreifen. In den von den Stadt- und Kreisräten verabschiedeten Satzungen bzw. Geschäftsordnungen auf die Stärkung des Integrationsbeirats in seiner Funktion als politische Interessenvertretung der migrantischen Gesellschaft besonders zu achten und bei der Zusammensetzung der Beiräte auf Wahlen und andere partizipative, basisorientierte Wege zu setzen. Wir fordern auf Landesebene weiterhin die gesetzliche Verankerung der Migrations- und Integrationsbeiräte in der bayerischen Gemeindeordnung, in der auch die entsprechende Unterstützung für die Kommunen und Landkreise zugesichert wird. Beschlossen von der Vollversammlung der AGABY, im digitalen Raum, 27.06.2021 2
7. Resolution_Corona_und_Folgen_VV_06.2021.pdf  
Resolution der Vollversammlung der AGABY Die Folgen der Corona-Pandemie und die ungleiche Verteilung der Lasten Seit über einem Jahr bestimmt ein Virus unser Leben, ein Virus, das wir so nicht kannten und über das wir immer noch nicht alles wissen. Ein Virus mit ständig negativen Überraschungen, das krank macht, tötet, ins Abseits drängt, die Freiheit einschränkt, Bildung auf das Abstellgleis befördert und die Bevölkerung spaltet. Arbeit und Soziales Als selbstverständlicher Teil der Einwanderungsgesellschaft tragen Migrant*innen und Menschen mit Migrationsgeschichte die große Last der Pandemie mit. Sie arbeiten in vielen systemrelevanten Berufen als Ärzt*innen, Pflege- oder Reinigungskräfte in den Krankenhäusern, im Lebensmittelhandel, im Transportwesen oder in der Industrie, oft unter dem Risiko der Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit. Alle sozial benachteiligten Menschen, unter ihnen viele Menschen mit Migrationsgeschichte, sind von den Folgen der Pandemie im besonderen Maße betroffen: Ein großer Teil der Arbeitnehmer*innen und Menschen in systemrelevanten Berufen können nicht im Homeoffice arbeiten, oft müssen sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen. In vielen Bereichen fehlt immer noch die regelmäßige Testmöglichkeit und der ausreichende Infektionsschutz in Form von Maske/ Schutzkleidung, aber auch die Möglichkeit Abstände einzuhalten. Auch von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind Migrant*innen in besonders hohem Ausmaß betroffen, darunter Selbständige, prekär Beschäftigte der Gastronomie oder in Minijobs Beschäftigte. Bildung Schüler*innen tragen in der Pandemie enorm schwere Folgen. Auch hier treffen die PandemieBedingungen und Einschränkungen Kinder aus benachteiligten Familien im Allgemeinen und migrantische Familien insbesondere hart. Das Homeschooling wird durch enge Wohnverhältnisse und fehlende technische Ausstattung erschwert oder unmöglich. Dies gilt insbesondere für Kinder in Geflüchteten-Unterkünften, die oftmals weder Wlan noch ein Endgerät besitzen. Sprachbarrieren hindern die Eltern daran, ihre Kinder ausreichend unterstützen zu können. Ständig wechselnde Unterrichtsformen und Regelungen stellen zusätzliche Probleme dar. Diese, seit über einem Jahr anhaltende Situation, hat dazu geführt, dass viele Schüler*innen den Anschluss verlieren und große Bildungslücken entstehen. 1 Auch in Ausbildungsberufen gibt es viele Defizite durch die Online-Regelungen, viele praktische Inhalte konnten nicht oder nicht ausreichend vermittelt werden. Das eingeschränkte Angebot an Integrationskursen und fehlende soziale Kontakte haben auch bei Erwachsenen den Erwerb von Deutschkenntnissen erschwert und Rückschritte bei bereits erworbenen Kompetenzen verursacht. Gesundheitsschutz Im Gesundheitsschutz sind sozial benachteiligte Menschen und darunter auch viele Menschen mit Migrationsgeschichte die Verlierer. Informationen zum Infektionsschutz, die häufig aktualisiert werden, kommen bei einem Teil der Migrant*innen nicht an. Zum Teil bestehen Missverständnisse und Fehlinformationen, nicht zuletzt aufgrund von Sprachbarrieren. Fehlendes Wissen erhöht die Infektionsgefahr, da Schutzmaßnahmen, Quarantäne-Regelungen und Verhalten im Fall einer Ansteckung nicht oder unzureichend bekannt sind. Lange Zeit fehlten mehrsprachige Informationen oder erreichten die Zielgruppen nicht. Die Pandemie hat nochmals gezeigt, dass kleine und dezentrale Unterbringung den großen Geflüchteten-Unterkünften und AnKerzentren vorzuziehen sind. Menschen in den großen Flüchtlingsunterkünften lebten monatelang in Angst und Sorge um ihre Gesundheit, da sie in den engen Wohnverhältnissen mit gemeinsamen sanitären Anlagen ohne die Möglichkeit Abstand zu halten und sich schützen zu können, z. T. in wochenlanger Quarantäne verharren mussten. Gleichzeitig Ziel wurden sie zum Ziel rassistischer Anschuldigungen wurden, wenn Ausbrüche die Inzidenzzahlen in die Höhe schnellen ließen. Die fehlende interkulturelle Ausrichtung der Gesundheitspolitik ist in der Pandemie sichtbar geworden. So sind Migrant*innen erst spät als Adressat*innen der Informationen zum Infektionsschutz, Testmöglichkeiten und Impfungen in Blick genommen worden. Vielerorts sind rassistische Reaktionen im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen zu beobachten. Migrant*innen werden zur Zielscheibe der allgemeinen Unzufriedenheit und werden für die Verbreitung der Pandemie verantwortlich gemacht. Integrationsbeiräte und Migrantenselbstorganisationen Vielen migrantischen Vereinen fehlen die Einnahmen des gastronomischen Betriebs und Vermietungserlöse, wodurch sie zunehmend in finanzielle Not geraten. Sie sind von Corona-Hilfen ausgeschlossen, die z. B. deutsche Trachtenvereine erhalten. Und dies, obwohl die Vereine gerade in Pandemiezeiten wichtige Aufgaben in der Betreuung, Unterstützung und Stabilisierung ihrer Mitglieder erfüllen. Dies gilt auch für die Integrationsbeiräte, die vielfach von den Sparmaßnahmen der Kommunen betroffen sind. Rassismus und Pandemie Der in Folge der Pandemie entstandene wirtschaftliche, soziale und psychische Druck wird von rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Kräften ausgenutzt, die mit Verschwörungsmythen Hass und demokratiefeindliche Positionen verbreiten. Ob rassistische Angriffe auf asiatisch gelesene Menschen zu Beginn der Pandemie, antisemitische Verschwörungstheorien, oder migrantenfeindliche Stimmungen, Rassismus ist ein hässlicher Begleiter der Pandemie. Aufgrund der zu erwartenden ökonomischen und sozialen Herausforderungen werden wir auch nach der Pandemie wachsam bleiben und den sozialen Zusammenhalt stärken müssen. Glücklicherweise sind für nachbarschaftliche Solidarität und den 2 gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Pandemie ebenfalls gute Vorbilder entstanden, die es zu stärken und zu bewahren gilt. Wir fordern:  Eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und Hilfsprogramme für sozial Benachteiligte und Menschen mit Migrationsgeschichte;  Dem staatlichen Bildungsauftrag hohen Wert einräumen und jedes Kind berücksichtigen;  Strukturelle Maßnahmen, um entstandene Bildungslücken aufzuholen und die sozialen und psychischen Folgen der Isolation aufzufangen: Förderunterricht, kleine Gruppen, differenzierte Methoden, Ausbau von Sprach-Förderprogrammen. Dafür bedarf es zusätzlicher Mittel und Personals für die schulische und außerschulische Bildung und spezifischer Angebote für sozial benachteiligte Schüler*innen. Das beschlossene Unterstützungspaket von 100 € ist hier unzureichend.  Ermöglichung von Homeschooling in Geflüchteten-Unterkünften durch angemessene Ausstattung mit Wlan und Endgeräten;  Entwicklung von Programmen für die Sommerferien und das Winterhalbjahr durch Kultusministerium und Jugendhilfe;  Entwicklung umfassender Konzepte für den Gesundheitsschutz in der Einwanderungsgesellschaft: mehrsprachige Informationsmaterialien und zielgruppenspezifische Kommunikationskonzepte, die die sozialräumlichen Strukturen reflektieren;  Bereitstellung von niederschwelligen Test- und Impfangeboten und kostenlosen FFP-2Masken in dicht besiedelten und sozial benachteiligen Stadtteilen;  Finanzielle Nothilfen für migrantische und interkulturelle Vereine;  Finanzielle Unterstützung der Landesregierung für die Kommunen, um Sparmaßnahmen im Integrationsbereich und bei Integrationsbeiräten zu verhindern  Förderung des Engagements gegen Rassismus, Diskriminierung, Hass und Gewalt und für Solidarität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine vielfältige Demokratie;  Umfassendes Konzept für Gesundheitsschutz in den Unterkünften für geflüchtete Menschen, vor allem in Massenunterkünften, die sich in der Pandemie einmal mehr als sehr problematisch erwiesen haben.  Umfassende gesundheitliche Aufklärung sowie eine Informations- und Impfkampagne in Geflüchteten-Unterkünften. Dabei sollen Freiwillige mit Migrationsbiographie einbezogen werden, um geflüchtete Menschen in ihren Muttersprachen sensibilisieren zu können. Sowie Impfangebote und medizinische Beratung in den Unterkünften durch mobile Ärzte-Teams.  Mehrsprachige Informationsangebote für Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt aufgrund der Pandemie wurden. Intensivierung und mehrsprachige Verbreitung der Informationen über Hilfshotline von gewaltbetroffene Frauen und Kinder. Höhere Kapazitäten von und Erhöhung der mehrsprachigen Angebote in Schutzeinrichtungen für Betroffene häuslicher Gewalt.  Erhöhte Sensibilität für die Bedarfe und Verbesserung der Angebote für Menschen mit Behinderung, z. B. für gehörlose Kinder. Beschlossen von der Vollversammlung der AGABY, im digitalen Raum, 27.06.2021 3
8. Formularbestätigung  
Vielen Dank für deine Teilnahme! Die eingegebenen Daten werden von uns zusammengeführt und im Anschluss als Liste allen Schulungsteilnehmer*innen zur Verfügung gestellt. Bei Fragen könnt ihr euch gerne an uns wenden. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammen- und Netzwerkarbeit! Euer Projektteam Natalie, Eric, Ulrike und Caroline
9. Kampf_gegen_Rassismus_Ansprechen__Aussprechen__Mitsprechen_Sonntagsblatt_-_360_Grad_evangelisch.pdf  
Kampf gegen Rassismus: Ansprechen, Aussprechen, Mitsprechen | Sonn... 1 von 4 https://www.sonntagsblatt.de/Cigdem-deniz-rassismus-aschaffenburg (/) 6. April 2021 An�diskriminierungsarbeit in Bayern Kampf gegen Rassismus: Ansprechen, Aussprechen, Mitsprechen Von Ju�a Olschewski (/autor/ju�a-olschewski) Black Lives Ma�er, Hanau, Halle - das Thema Rassismus ist aktueller denn je. Wie es im alltäglichen Miteinander und in der Gesellscha� wirkt und wie man sich dagegen stellt, lernen jetzt 30 Mitglieder von Integra�onsbeiräten bei einem neuen Kurs. Wir stellen das Projekt An�diskriminierungsarbeit in Bayern vor. © epd-bild/Khrystyna Jalowa Eric Mbarga, pädagogischer Leiter des Projekts in Nürnberg. Cigdem Deniz hat es ausprobiert. Sie hat sich einen langen Rock angezogen und ein Kopftuch umgebunden. "Die Menschen haben anders auf mich reagiert", sagt die Vorsitzende des Ascha�enburger Vereins "Migranten für Migranten". Andere sprachen auf einmal sehr laut mit ihr, hat die Heilpraktikerin im Bereich Psychotherapie festgestellt, die derzeit ein Fernstudium in Soziologie belegt. Immer noch sei für viele das Kopftuch Symbol dafür, dass eine Frau kein Studium und keinen Beruf habe und von ihrem Mann unterdrückt werde, sagt Deniz. "Ich bin stark, mich kann man nicht so leicht verletzen, andere, die die Sprache nicht beherrschen, schon". Deniz hat durch ihren Verein und die Mitarbeit im Ascha�enburger Integrationsrat reichlich Erfahrung im Kampf gegen Diskriminierung. Jetzt nimmt sie an einem Kurs der 12.05.2021, 12:41 Kampf gegen Rassismus: Ansprechen, Aussprechen, Mitsprechen | Sonn... 2 von 4 https://www.sonntagsblatt.de/Cigdem-deniz-rassismus-aschaffenburg Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY) teil, wird eine "Sprecherin gegen Diskriminierung". Projekt: "Ak�v(ierend)e An�diskriminierungsarbeit in Bayern" Verlagsangebot "Wir alle haben Vorurteile und denken in Schubladen", sagt Naoufel Hafsa, der ebenfalls "Sprecher gegen Diskriminierung" werden will. Der Würzburger Integrationsrat mit Wurzeln in Tunesien, Frankreich und Deutschland, will solche Gedankenprozesse verstehen und Mitmenschen dafür sensibilisieren, dass alle gleichwertig sind, sagt er. 30 erste Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen seit diesem Jahr im Projekt "Aktiv(ierend)e Antidiskriminierungsarbeit in Bayern". Alle sind ehrenamtliche Mitglieder in 18 der 33 () Integrationsbeiräte in bayerischen Städten und Landkreisen. "Integrationsbeiräte sind das Modellbeispiel für die diverse Gesellschaft", stellt Mitra Shari� Neystanak, die Vorsitzende der AGABY, fest. Und sie seien oft Anlaufstelle für Menschen, die diskriminiert wurden. Drei der späteren Antidiskriminierungs-Sprecherinnen und -sprecher hätten keinen Migrationshintergrund, 27 haben ausländische Wurzeln, sagt der pädagogische Leiter der Ausbildung, Eric Mbarga, "wir setzen auf die unterschiedlichen Perspektiven". Nicht jeder Migrant habe Diskriminierungserfahrung, andere wiederum hätten Diskriminierung auch als Frau erfahren. Cigdem Deniz: Diskriminierung im Alltag "Woher kommst du wirklich?" Es ist sind solche, oft kleine, oft nicht böse gemeinte Fragen oder Verhaltensmuster, die Menschen mit anderer Hautfarbe oder nicht-deutschem Namen das Gefühl geben, dass sie nicht dazu gehören, erklärt Mitra Shari�. "Gerade zugewanderte Menschen machen im Alltag Ausgrenzungs-, Diskriminierungs- oder Gewalterfahrungen," betont sie. Die Zahl der Beratungsfälle bei fünf kommunalen Antidiskriminierungsstellen steigt jedes Jahr. Die erste kommunale Anlaufstelle für solche Fragen in Nürnberg verzeichnete 129 12.05.2021, 12:41 Kampf gegen Rassismus: Ansprechen, Aussprechen, Mitsprechen | Sonn... 3 von 4 https://www.sonntagsblatt.de/Cigdem-deniz-rassismus-aschaffenburg Anfragen im Jahr 2011, mittlerweile seien es jährlich etwa 220 Fälle, sagt die Beauftragte für Diskriminierungsfragen, Christine Burmann. Der Blick in ihre Statistik zeigt, Benachteiligung erlebten die Betro�enen zum Beispiel bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, im Freizeitbereich, aber auch im Umgang mit Behörden und Ämtern. "Vielerorts werden Menschen mit diesen Erfahrungen alleingelassen, weil keine Anlaufstellen vor Ort da sind", erklärt Shari�. Es seien deshalb Menschen nötig, "die gedankenlose bewusste und unbewusste diskriminierende Verhaltensweisen und Strukturen sichtbar machen, und Betro�ene unterstützen". Sie sollen auch "Diskriminierungen oder rassistische Tendenzen sichtbar machen oder in bestimmten Fällen auch dagegen einschreiten". Argumenta�onsstrategien trainieren "Ansprechen, Aussprechen, Mitsprechen" - so lauten die Slogans für die drei Module, in die sich die Schulung gliedert, erklärt Eric Mbarga, pädagogischer Leiter des Projekts. Die Teilnehmenden lernen beispielsweise rechtliche Grundlagen und Argumentationsstrategien kennen und erarbeiten sich, wie sie politische Arbeit gegen Diskriminierung e�ektiver mitgestalten können. Mbarga ist überzeugt, dass der Kurs ein Beitrag zur Verteidigung der Demokratie für alle ist. "Es schwächt eine Gesellschaft, wenn sich historisch betrachtet schwächere Mitglieder einer Gesellschaft nicht angenommen und als Teil dieser fühlen." "Viele Menschen, die Angri�e erleben, fühlen sich machtlos, haben Angst und wissen nicht wie sie sich zur Wehr setzen oder politisch etwas verändern können", sagt Shari�. Seit Jahren fordere daher AGABY von der Politik langfristige Strukturen gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt. Es müsse eine unabhängige Antidiskriminierungsstelle auf Landesebene gescha�en werden. Große Bedeutung von Anlaufstellen "Ohne Anlaufstellen bleiben viele Betro�ene in einer Art Opferrolle stecken", sagt sie. Die jetzt begonnen Ausbildung, im Rahmen des Programms "Demokratie leben" und vom bayerischen Innenministerium �nanziell unterstützt, könne das nicht ersetzen. "Wir fangen jetzt mit unseren Leuten an, aber wir sehen überall den Bedarf für Antidiskriminierungsstellen", sagt die Bamberger Universitätslektorin. Diskriminierung und Rassismus seien Themen, die nachhaltig bearbeitet werden müssten, fügt Shari� an, "um die Menschen gegen dieses Gift zu immunisieren". Es sei "mindestens so gefährlich wie Corona". 12.05.2021, 12:41 Kampf gegen Rassismus: Ansprechen, Aussprechen, Mitsprechen | Sonn... 4 von 4 https://www.sonntagsblatt.de/Cigdem-deniz-rassismus-aschaffenburg Ju�a Olschewski (/autor/ju�a-olschewski) Redakteurin Nürnberg (/autor/ju�a-olschewski) 12.05.2021, 12:41
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