Aktiv(ierend)e Antidiskriminierungsarbeit in Bayern

Gemeinsam mit unseren Mitgliedorganisationen setzen wir uns auf der persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Ebene mit dem Thema Rassismus auseinander.

Ziel des Projektes ist es, strukturelle Herangehensweise in der Antidiskriminierunsgarbeit in Bayern zu verändern, die von Rassismus betroffenen Personen aktiv in die Gestaltung mit einzubeziehen und zum Engagement gegen Diskriminierung zu aktivieren. Das Projekt gliedert sich in die Teilbereiche

Empowerment & Professionalisierung - Sichtbarmachung -  Vernetzung - Beratung

Das Projekt ist ein Modellprojekt im Bundesprogramm "Demokratie leben!" und findet in Kooperation mit dem Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern statt.

 

 

Empowerment und Professionalisierung

Kern des Projekts ist die Schulung zum*r Sprecher*in gegen Diskriminierung. In dieser reflektieren wir gemeinsam mit den Teilnehmenden eigene diskriminierende Erfahrungen, entwickeln Handlungsstrategien im Umgang mit Diskriminierung und zur Stärkung der politischen Stimme auf kommunaler Ebene.

Mit der Schulung zu Sprecher*innen gegen Diskriminierung wollen wir Sie/Euch auch 2022 bei Eurer wertvollen Arbeit für ein demokratisches und friedliches Zusammenleben in Bayern unterstützen.

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmer*innen: Die Schulung ist ausschließlich für Mitglieder der bayerischen Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte.

Die Bewerbungsfrist für die Schulung 2022 ist vorbei.

Die Online-Schulung ist in drei Module mit jeweils vier Terminen unterteilt.

Modul 1: AUSsprechen

Das erste Modul dient dazu, das eigene Wissen über unterschiedlichste Diskriminierungsformen zu erweitern und zu vertiefen sowie eigene Diskriminierungserfahrungen im Austausch miteinander zu reflektieren und einzuordnen.

Modul 2: ANsprechen

Im zweiten Teil der Schulung werden gemeinsam Handlungsstrategien erarbeitet, um Diskriminierung aktiv anzugehen. Neben rechtlichen Grundlagen werden bestehende Beratungsstrukturen in Bayern betrachtet und Agumentationsstategien trainiert.

Modul 3: MITsprechen

Im letzten Teil werden gemeinsam hilfreiche Strategien erarbeitet, wie das Thema in der politischen Arbeit aufgegriffen werden kann. Ziel ist es, die kommunalen Antidiskriminierungsstrukturen mitzugestalten, kompetente*r Ansprechpartner*in für Betroffene, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftliche Organisationen zu sein sowie eigene Projekte und/oder Kampagnen durchführen zu können.

Abschluss:

Die Schulung schließt mit einer Anerkennungsfeier für die Teilnehmer*innen ab, in der diese ein Zertifikat als Sprecher*innen gegen Diskriminierung überreicht bekommen. Die Übergabe der Zertifikate erfolgt voraussichtlich durch den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (angefragt).

Sichtbarmachung

Im Rahmen des Projekt bieten wir die Online-Seminarreihen "Geschichten im Gepäck" und "Antidiskriminierungs-ABC" an.

Die aktuellen Termine finden Sie jeweils in den  Veranstaltungen

In der Onlineseminarreihe „Geschichten im Gepäck“ setzen wir uns mit den vielfältigen Geschichten des Auswanderns, den verschiedenen Herkunftskulturen und den Erzählungen, die die Menschen aus diesen mitnehmen sowie den Unterschieden im „Ankommen“ in Deutschland auseinander. Es geht um die Vielfalt der Zu-/Einwanderungsgeschichten, das gegenseitige Kennenlernen und den Dialog zwischen den unterschiedlichen Zuwanderer*innen.

Rassismus, Islamfeindlichkeit, Nationalismus, Homophobie, Sexismus und viele andere Begriffe...

Das Antidiskriminierungs-ABC erklärt diese auf verständliche Weise und zeigt die Zusammenhänge im Alltag, in Bildungseinrichtungen, Beruf und Ehrenamt auf. Neben thematischen Impulsen kommen auch Expert*innen zu Wort. Anhand konkreter Beispiele setzten wir uns mit Begriffen aus der Antidiskriminierungsarbeit auseinander und diskutieren miteinander.

DOKUMENTATION VERANSTALTUNGEN

Wir gratulieren unseren diesjährigen Sprecher*innen gegen Diskriminierung!

Zum Abschluss eines ereignisreichen Jahres überreichte AGABY-Vorsitzende Mitra Sharifi  den Absolvent*innen der Schulung Sprecher*innen gegen Diskriminierung am 09.12.2022 in der AGABY-Geschäftsstelle in Nürnberg ihre vom Staatsminister Joachim Herrmann unterzeichneten Zertifikate.

13 Mitglieder der Integrationsbeiräte Bayerns nahmen 2022 an dem zweiten Schulungsdurchlauf teil. Die Schulung ist der Kern des Projekts „Aktiv(ierend)e Antidiskriminierungsarbeit in Bayern“ und erarbeitet mit den Teilnehmenden in drei Modulen Sprache, Handlungsmöglichkeiten und politisches Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung. Dadurch sollen bestehende und vor allem von Ehrenamt getragene Strukturen der Antidiskriminierungsarbeit empowert, sichtbar gemacht und professionalisiert werden.

Wir freuen uns, dass wir so viele engagierte Menschen auszeichnen durften, die eine wichtige Rolle im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung einnehmen. Ob bei der Verweisberatung von Betroffenen, bei der Sensibilisierung innerhalb des Beirates oder in Diskussionen mit politischen Vertreter*innen – wir wünschen allen Sprecher*innen gegen Diskriminierung viel Erfolg bei ihren zukünftigen Vorhaben!

Ausgezeichnet wurden:

  • Ana Maria Benevides Werner, Beirat Bad Kissingen
  • Rami Boukhachem, Beirat Erlangen
  • Nicoletta Fiore, Beirat Regensburg
  • Lilit Harutyunyan, Beirat Erlangen
  • Youssouf Issakha Adam, Beirat Regensburg
  • Ahmet Karaman, Beirat Landshut
  • Eléni Kaskamanidou, Beirat Landkreis Lindau
  • Jules Masuku Ayikaba, Beirat Würzburg
  • Eiad Raslan, Beirat Dillingen a.d. Donau
  • Kemal Saglam, Beirat Augsburg
  • Zahra Taher, Beirat Garching
  • Dr. Sema Tasali-Stoll, Beirat Weiden
  • Maria Volmer, Beirat Kaufbeuren

Innenminister Joachim Herrmann und AGABY zeichnen "Sprecher*innen gegen Diskriminierung" aus

Bei der Anerkennungsfeier erhielten 28 Mitglieder der Integrationsbeiräte Bayerns ihr Zertifikat.

Am Samstag, den 27.11.2021, wurden 28 Beiratsmitglieder von Staatsminister Joachim Herrmann als „Sprecher*innen gegen Diskriminierung“ ausgezeichnet. Die Anerkennungsfeier im Rahmen des Projekts „Aktiv(ierend)e Antidiskriminierungsarbeit in Bayern“ war eigentlich als Präsenzveranstaltung geplant, konnte nun aber coronabedingt nur online stattfinden. Dennoch war die Feier ein gelungener und freudiger Abschluss der diesjährigen Schulung gegen Diskriminierung. Hier finden Sie das Video zu der Veranstaltung.

AGABY-Vorstandsvorsitzende Mitra Sharifi-Neystanak lobte das große Engagement der zukünftigen Sprecher*innen, die eine „mahnende Stimme“ für von Diskriminierung betroffene Menschen seien. Im politischen Diskurs zum Thema Antidiskriminierungsarbeit gebe es zwar einige hoffnungsstiftende Signale, dennoch stünden diesen manche gesamtgesellschaftlich sehr bedenkliche Entwicklungen entgegen. Sharifi-Neystanak zeigte sich hoffnungsvoll, dass die ausgebildeten Beiräte durch die Schulung eine gute Grundlage für ihren Einsatz gegen Diskriminierung haben. In drei Schulungs-Modulen: „Aussprechen“, „Ansprechen“, „Mitsprechen“ setzten sich die Teilnehmenden mit eigenen Diskriminierungserfahrungen auseinander, erörterten Möglichkeiten, Diskriminierung offen anzusprechen und suchten nach Wegen, wie sich diskriminierungsfördernde Strukturen politisch verändern lassen. Ihre wichtige Aufgabe, so die Vorsitzende, sollten die zukünftigen Sprecher*innen „mit offenem Ohr und Herzen“ ausführen und politische Entscheidungsprozesse wachsam begleiten.

Projektleiterin Natalie Keller führte mit einer humorvollen Online-Umfrage noch einmal durch die vergangene Schulung. Hier wurde zugleich deutlich, wie facettenreich die Schulung war, bei der die Teilnehmenden bei insgesamt zwölf Schulungsterminen sechs Referent*innen gehört und so verschiedene Formen der Diskriminierung kennengelernt hatten.

Nach der Pause traf Staatsminister Joachim Herrmann ein, um die teilnehmenden Beiräte mit ihrem Zertifikat auszuzeichnen. Maria Cristina Lozano Gomez und Thigis Kirushnathasan stellten dem Minister die Schulung noch einmal aus Teilnehmendensicht vor. In seiner Rede betonte der Innen- und Integrationsminister die „Brückenfunktion“ der ausgebildeten Sprecher*innen, die mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisteten. Klar stellte sich der Minister gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsradikalismus und hob beispielhaft verschiedene Projekte des Freistaats Bayern in diesem Bereich hervor. Es folgte ein aufgeschlossener und kritischer Austausch mit den teilnehmenden Beiräten, bei dem unter anderem die Frage diskutiert wurde, inwiefern neben der bundesweiten auch eine landesweite Diskriminierungsstelle benötigt werde. Moderiert wurde das Gespräch von Schulungsteilnehmer Tamur Khan.

Nach dieser Diskussion folgte der Höhepunkt der Veranstaltung: die Auszeichnung der Sprecher*innen gegen Diskriminierung. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Band „Off Brain Project“, die der Veranstaltung trotz der coronabedingten Umstände eine sehr warmherzige Atmosphäre verlieh.

Ausgezeichnet wurden:

Bei einem Treffen in München tauschten sich die Sprecher*innen gegen Diskriminierung mit Innenminister Joachim Herrmann und der Landtagsabgeordneten Gülseren Demirel über die Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit in Bayern aus.

Die Beiratsmitglieder wurden 2021 im Rahmen des Projekts Aktiv(ierend)e Antidiskriminierungsarbeit in Bayern zu Sprecher*innen gegen Diskriminierung von Innenminister Herrmann zertifiziert. Sie setzen sich in ihren Kommunen für eine strukturelle Verankerung der Antidiskriminierungsarbeit ein und dienen als erste Anlaufstellen vor Ort.

Coronabedingt hatten die gesamte Schulung sowie die Zertifizierungsfeier (https://www.agaby.de/aktuelles-details/innenminister-joachim-herrmann-und-agaby-zeichnen-sprecherinnen-gegen-diskriminierung-aus) , bei der Innenminister Herrmann ebenfalls anwesend war, nur online stattgefunden. Daher freuten sich zehn der Sprecher*innen umso mehr, den Staatsminister und die Landtagsabgeordnete nun auf einen persönlichen Austausch zu treffen.

Zunächst stand der Besuch im Bayerischen Landtag an. Empfangen wurden die Sprecher*innen von der Landtagsabgeordneten Gülseren Demirel, Sprechern für Integration, Asyl und Flucht und Hamun Tanin, Parlamentarischer Berater für die Fachbereiche Integration und Asyl vom Bündnis 90/die Grünen im Landtag Bayern. Im Austausch schilderte die Grünen-Politikerin die Inhalte des im Parlament eingebrachten landesweiten Antidiskriminierungsgesetzes, für das sie im Mai im Landtag keine mehrheitliche Zustimmung erhalten hatten. Die Sprecher*innen betonten aus ihrer praktischen Erfahrung, wie hilfreich ein solches Gesetz für ihre eigene Antidiskriminierungsarbeit wäre.

Nach dem Austausch trafen sich die Sprecher*innen mit Staatsminister Joachim Herrmann im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration. Nach dem freundlichen Empfang stellten die Sprecher*innen sich vor und berichteten über ihre Arbeit seit der Zertifizierungsfeier als zertifizierte Sprecher*innen gegen Diskriminierung vor Ort. Sie berichteten wo sie bereits Erfolge verzeichnen konnten, vor allem aber wo noch große Hürden vor ihnen liegen.

Im Gespräch befragten sie den Staatsminister zur aktuellen Lage der Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit in Bayern, wo Staatsregierung Handlungsbedarf sieht und welche Maßnahmen sie ergreift, um Rassismus und Diskriminierung entgegen zu wirken. Sie lobten die schnelle und unkomplizierte Aufnahme der ukrainischen Geflüchteten durch eine schnelle Gesetzgebung und Unterstützung der lokalen Helfer*innen durch die Regierung.

Gleichzeitig forderten sie ähnliche Verfahren für alle Geflüchtete, um eine gleiche und vor allem menschlichere Behandlung sicherzustellen. Sie betonten auch hier die Notwendigkeit einer Landesantidiskriminierungsstelle. Strukturlücken im ländlichen Raum, Willkürlichkeit der öffentlichen Verwaltung und fehlende Ressourcen der Ehrenamtlichen sind nur einige Aspekte, die ihre Arbeit erheblich erschweren. Eine überregionale Stelle könnte dem entgegenwirken.

Nach dem intensiven Austausch bedankten sich die Sprecher*innen für den Empfang des Staatsministers.

Bericht zum Besuch als pdf

 

 

Das Projekt ist ein Modellprojekt im Bundesprogramm "Demokratie leben!" und findet in Kooperation mit dem Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern statt.